Fassade

Fassade sanieren: Ablauf und Planung

Von der Bestandsaufnahme bis zum neuen Oberputz: wann sich eine Fassadensanierung lohnt, welche Varianten es gibt und was Sie vorab planen sollten.

7 Min. LesezeitStarlux GmbH

Die Fassade schützt das Haus vor Regen, Frost und Sonne und prägt zugleich sein Gesicht. Irgendwann zeigt jeder Putz Alterserscheinungen. Ob ein neuer Anstrich genügt, ob der Putz überarbeitet oder erneuert werden muss oder ob sich gleich eine Dämmung lohnt, entscheidet sich an der Ursache der Schäden. Dieser Ratgeber zeigt, wie eine Fassadensanierung sinnvoll geplant wird.

Typische Anlässe

  • Risse: von feinen Haarrissen bis zu Rissen aus Bewegungen des Gebäudes. Mehr dazu im Ratgeber Risse im Außenputz.
  • Abplatzungen, Hohlstellen, absandender Putz: oft eine Folge von Feuchte, Frost oder nachlassender Haftung, besonders im Sockelbereich.
  • Algen und Pilze: grüne, graue oder schwarze Beläge, häufig auf Nordseiten und an gut gedämmten Fassaden.
  • Feuchte: aufsteigende Feuchte im Sockel, Spritzwasser, Schlagregen oder undichte Anschlüsse an Fensterbänken und Dachrand.
  • Energetische Gründe: hohe Heizkosten, kalte Innenwände oder ein Sanierungsfahrplan, der die Fassade vorsieht.

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Am Anfang steht ein genauer Blick auf die Fassade. Dazu gehören das Abklopfen auf Hohlstellen, die Prüfung, wie fest und tragfähig der Putz ist, die Suche nach Feuchtequellen und das Kartieren von Rissen. Bei älteren Gebäuden ist außerdem zu klären, ob Denkmalschutz besteht und welcher Putz vorhanden ist, denn ein neuer Putz muss zum alten Untergrund passen.

Die wichtigste Regel: Erst die Ursache, dann die Oberfläche. Wer Risse nur überstreicht oder einen feuchten Sockel neu verputzt, ohne die Feuchtequelle zu beseitigen, sieht die Schäden oft schon nach wenigen Jahren wieder.

Schritt 2: die passende Variante wählen

Zustand Übliche Maßnahme
Putz fest, nur verschmutzt oder verblasst Reinigen und neu streichen
feine Risse, Putz fest Rissüberbrückende Beschichtung oder Armierung mit neuem Oberputz
viele oder breitere Risse Armierungsputz mit Gewebe vollflächig und neuer Oberputz
Hohlstellen, loser oder durchfeuchteter Putz betroffene Bereiche abschlagen und neu verputzen
Putz großflächig erneuerungsbedürftig Neuverputzen oder Dämmen mit WDVS

Wann die Dämmpflicht greift

Bei der Wahl der Variante spielt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG) eine wichtige Rolle. Wird bei einem bestehenden Gebäude der Außenputz erneuert und betrifft das mehr als 10 Prozent der Außenwandfläche, muss die Wand danach in der Regel einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) erreichen. Das gilt auch, wenn außen eine Bekleidung oder Dämmschicht angebracht wird. Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Wände, die nach dem 31.12.1983 unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften errichtet oder erneuert wurden, und wenn die Dämmdicke aus technischen Gründen begrenzt ist. Ein neuer Anstrich oder das Ausbessern kleiner Teilflächen löst die Pflicht nicht aus. Stand: Oktober 2026.

Für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sieht das Gesetz in bestimmten Fällen außerdem ein vorheriges Beratungsgespräch mit einer Energieberaterin oder einem Energieberater vor. Unternehmen, die solche Arbeiten anbieten, müssen im Angebot schriftlich darauf hinweisen.

Wenn ohnehin ein Gerüst steht und der Putz großflächig erneuert wird, ist eine Dämmung oft der wirtschaftlichere Weg. Der Ratgeber WDVS: Aufbau, Dämmstoffe und Ablauf erklärt den Aufbau.

Schritt 3: Material und Oberfläche

Außenputze werden nach ihrem Bindemittel unterschieden. Mineralische Putze auf Basis von Kalk, Kalkzement oder Zement sind diffusionsoffen, alkalisch und nicht brennbar. Putze mit organischen Bindemitteln, etwa Dispersions-, Silikat- oder Silikonharzputze, sind wasserabweisender und werden oft auf Dämmsystemen eingesetzt. Welches System passt, hängt vom Untergrund, vom vorhandenen Putz und von der Lage der Fassade ab.

Die Struktur bestimmt die Optik:

  • Kratzputz: wird dick aufgetragen und nach dem Anhärten mit dem Nagelbrett gekratzt, ergibt eine gleichmäßig raue, matte Fläche.
  • Reibeputz und Rillenputz: mit dem Reibebrett bearbeitet; größere Körner ziehen Rillen.
  • Scheibenputz: in Kornstärke aufgetragen und gleichmäßig verrieben, sehr verbreitet.
  • Modellierputz: frei gestaltbar, mit Traufel, Bürste oder Schwamm.

Schritt 4: Planung von Zeit und Baustelle

  • Jahreszeit: Putz braucht frostfreies, trockenes Wetter. Die Hauptsaison liegt zwischen Frühjahr und Herbst. Wer im Frühjahr starten möchte, plant am besten im Winter.
  • Gerüst: Steht das Gerüst auf öffentlichem Grund, etwa auf dem Gehweg, ist in der Regel eine Genehmigung der Stadt nötig. Das braucht Vorlauf.
  • Andere Gewerke: Zukunft Altbau empfiehlt, Fassade und Fenster gemeinsam zu planen und einen ohnehin fälligen Anstrich mit der Dämmung zu verbinden. Auch Dachrand, Regenrinnen, Fensterbänke und Leitungen an der Fassade sollten mitgedacht werden.
  • Eigentümergemeinschaften: In einer WEG entscheidet die Eigentümerversammlung über die Sanierung. Angebote und Varianten sollten deshalb rechtzeitig vor der Versammlung vorliegen.
  • Förderung: Zuschüsse müssen vor der verbindlichen Beauftragung beantragt werden. Mehr dazu im Ratgeber Förderung für Fassadendämmung.

Schritt 5: Ausführung und Abnahme

Die Ausführung folgt dem gewählten Weg: Untergrund vorbereiten, schadhaften Putz entfernen, gegebenenfalls Dämmung montieren, armieren, Oberputz auftragen und bei Bedarf streichen. Zwischen den Schichten sind Standzeiten einzuhalten. Am Ende steht eine gemeinsame Begehung, bei der Ergebnis, Anschlüsse und eventuelle Restarbeiten festgehalten werden.

Wir begleiten Fassadensanierungen von der Bestandsaufnahme bis zur Abnahme und stimmen uns dabei mit Bauherren, Architekten und anderen Gewerken ab. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Fassade einschätzen lassen möchten.

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